| Kategorie: Erektionsprobleme

Diabetes und die Sexualität

Diabetes als Volkskrankheit Nr. 1 in den westlichen Ländern, bringt viel mehr Probleme mit sich, als die meisten Menschen wissen. Das Essverhalten muss verändert werden, der Blutzucker permanent gemessen und eventuell müssen Medikamente eingenommen werden. Mit fortschreitender Krankheit, jedoch treten noch mehr und viel schwerwiegendere Probleme auf eins davon ist eine schlechtere Durchblutung, die in vielen Fällen zu einer Abnahme der sexuellen Aktivität führen kann. Der Zusammenhang zwischen Diabetes mellitus und Potenzproblemen ist so prominent, dass Urologen routinemäßig einen Diabetes Test anordnen, wenn ein Patient über Erektionsstörungen klagt.

Diabetes und seine Auswirkungen

Frauen und Männer scheinen gleichermaßen davon betroffen zu sein, wenn auch die Ursachen etwas andere sind. Sexuelle Unlust und Orgasmusstörungen sind bei beiden Geschlechtern gleich vertreten, Männer jedoch leiden an der Fähigkeit eine Erektion zu haben, während Frauen mit trockenen Schleimhäuten zu kämpfen haben. Beides kann durch eine autonome Neuropathie ausgelöst werden, was bedeutet, dass die Nerven im Genitalbereich nicht mehr richtig funktionieren. Das ist jedoch nur nach langer und schwerer Diabeteserkrankung der Fall, und kann, wenn frühzeitig erkannt auch behandelt werden.

Leider ist es heute immer noch so, dass die Betroffenen nicht mit ihrem Arzt sprechen und mit ihren Problemen versuchen alleine fertig zu werden. Lösungen gäbe es genug, aber die meisten Betroffenen sprechen weder mit ihrem Partner noch dem Arzt darüber, so entsteht eine Vermeidungshaltung, die in die Isolation führt und das Problem immer weiter verstärkt und zu Lasten der Lebensqualität geht.

Wie wichtig der Arztbesuch ist

Solange die Betroffenen sich ihrem Arzt nicht anvertrauen, werden sie diesen Teil ihrer Erkrankung weder akzeptieren noch lösen können, daher werden Ärzte immer öfter von sich aus aktiv und fragen nach. Es gibt Fragebögen, für Männer und Frauen, die eine genauere Anamnese erlauben und darauf abzielen die passende Therapie zu finden. Manchmal sind es Hormonbehandlungen, die wieder Spannung in die Partnerschaft bringen, oder eine gemeinsame Psychotherapie. Da in jedem Fall die Ursachen komplex sind und das Zusammenspiel von Psyche und Körper immer ernster genommen wird, wird heute immer öfter ein ganzheitliches Konzept ausgearbeitet.

Der erste Schritt ist immer eine gründliche Untersuchung beim Hausarzt, Urologen oder Gynäkologen, der eine genaue Befragung vornimmt und die Hormonspiegel testet, eventuelle Nebenwirkungen von Medikamenten ausschließt und den Bluthochdruck senkt. Übergewicht, Diabetes und Testosteronmangel können sich gegenseitig beeinflussen und oft hilft es eine Ursache zu beseitigen, damit es im Bett wieder klappt. Für Männer bietet sich Viagra an, das die Durchblutung anregt und circa 60% der Betroffenen helfen kann.

Isolation durch Diabetes

Vor allem ältere und Langzeit-Diabetes-Patienten haben Probleme mit der sexuellen Aktivität, was jedoch nicht dazu führt, dass Betroffene gar keinen Sex mehr haben. Rund 70%, einer Studie mit 2000 Teilnehmern zu Folge, aller 57 bis 85 Jährigen werden zumindest zwei bis dreimal im Monat aktiv, wenn sie eine feste Partnerschaft haben. Da aber viele Betroffene alleine leben, ist die Wahrscheinlichkeit, dass diese sich den ersten Schritt in eine neue Partnerschaft trauen gering, wenn sie sich ihrer Sexualität nicht sicher sind.

Viele Diabetesratgeber fordern Ärzte auf, genauer nachzufragen und den Patienten zu ermutigen, über ihre sexuelle Aktivität zu sprechen. Aber auch das Engagement der Betroffenen ist gefragt. Nur wer sich äußert, dem kann geholfen werden!